ELVIA Versicherung, Hauptverwaltung Zürich

Erneuerung und Aufwertung der Fassade

Beschreibung der unterschiedlichen Fassadenbereiche mit Schwerpunkt auf der vorgehängten hinterlüfteten Natursteinfassade

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Natursteinfassade mit horizontalen Fugenprofilen aus pulverbeschichtetem Aluminium

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Warum zwei verschiedene Fassaden?

Ein Erweiterungsbau mit gleichzeitiger Erneuerung der vorgehängten hinterlüfteten Fassade eines bereits bestehenden Bauteils stellte das Büro FISCHER ARCHITEKTEN vor eine anspruchsvolle Aufgabe: Im Innenhof wurde ein Bauteil aufgestockt, wobei durch die örtlichen Gegebenheiten tiefe Räume entstanden. In diesem Bereich setzten die Architekten eine Alu-Glasfassade ein, die mit Lichtumlenkpanelen ein Optimum an Tageslicht in die Räume schleust. Die zu sanierende Fassade des bestehenden Gebäudes hingegen wurde hochwertig mit Naturstein verkleidet. Der Schwerpunkt lag hier auf einer kleinmaßstäblichen horizontalen Gliederung. Bei beiden Fassaden hatten die Planer die teilweise fortbestehende Steinfassade des “Urgebäudes“ im Auge. Die drei grundsätzlich verschiedenen Fassaden harmonieren ausgesprochen gut miteinander. Den Architekten Breiter und Gysling von FISCHER ARCHITEKTEN ist es eindrucksvoll gelungen, dem Gesamtgebäude einen homogenen Charakter zu verleihen.

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Glasfassade am neuen Bauteil rechts mit vorgehängter hinterlüfteter Natursteinfassade am sanierten Gebäudeteil links - der dahinterliegende “Turm“ wird, genau wie der linke Teil, als hinterlüftete Natursteinfassade ausgebildet.

Die Unterkonstruktion der hinterlüfteten Natursteinfassade

Die Architekten wollten es nicht bei dem äußeren Erscheinungsbild belassen, sondern verlangten auch bei der Unterkonstruktion die Perfektion, die die Fassade nach außen zeigt.

Eine Bohrmontage der Platten war von Anfang an ausgeschlossen – einerseits wäre der Lärm bei weitergehender Nutzung des Gebäudes unzumutbar gewesen, andererseits hätten durchschnittlich mehr als 6 Anker/m² den k-Wert ruiniert. Außerdem mußten die Fugenprofile gleichzeitig mit den Natursteinplatten versetzt werden. Etc.

Die Architekten entschieden sich für eine thermisch entkoppelte Konstruktion, die in der vertikalen Fuge 3-6 Platten zusammenfasst, um auf diese Weise die Durchdringungen der Wärmedämmung zu minimieren.

Eine solche für den Natursteinmarkt relativ aufwendige Konstruktion schien, auch wegen der eingelegten Zierprofile aus Aluminium, nur durch einen Metallfassadenbauer ausführbar.

Weit gefehlt! Während der Vergabe kristallisierte sich eindeutig das Konzept der Natursteinfirma NAKU als das beste heraus. NAKU beauftragte das Büro LUCHSINGER & PARTNER, das ausgeschriebene Konzept für die Natursteinversetzer aufzuarbeiten. Zusammen mit dem Büro IBT aus Deutschland wurde in kürzester Zeit eine thermisch entkoppelte Aluminiumunterkonstruktion mit konkreten Detaillösungen entwickelt.

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Aufbau der Unterkonstruktion

Trag- und Haltekonsole, Ausleger und vertikale U-Schiene

Damit der Wärmeverlust durch die Verankerung so klein wie möglich ausfällt, beließ es der Planer nicht allein bei einer Reduzierung der Trag- und Haltepunkte. Die DEGGO AG, die für die Bauwerke der ELVIA zuständige 100%ige Tochtergesellschaft, forderte in der Ausschreibung zusätzlich eine thermische Entkopplung der Trag- und Haltekonsolen. IBT entwickelte für die NAKU AG eine Unterkonstruktion, die mit nur 8 mm dicken Dübeln eine 20 mm starke Promatec-Brandschutzplatte überbrücken kann. Die Wärmeleitfähigkeit der Platte liegt bei 0,09 W/(mK).

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Unterkonstruktion hinter der vertikalen Fuge – ohne Anker und Zierprofile und ohne Dämmung

Aufbau der Unterkonstruktion

mit Winkelankern(ohne Dorne) und pulverbeschichteten Aluprofilen

Ein technischer Leckerbissen ist die Verankerung des unteren Alusichtprofils oberhalb der Fenster. Das vertikale U-Profil, welches den Sichtprofilen und Ankern zur Befestigung dient, kann nicht bis hinter die untere Platte durchgezogen werden. Der Jalousienkasten beschränkt den Raum hinter der Natursteinplatte auf 20 mm, wobei dieser Raum zusätzlich durch Toleranzen eingeschränkt wird. Hierfür wurde ein Winkelanker eingesetzt – zunächst für die Befestigung des Sichtprofils ohne Dorne; diese werden erst später beim Versetzen der Platten eingefügt. Der Winkelanker verfügt über eine Befestigungslasche für das untere Sichtprofil. Er wurde zusammen mit den Sichtprofilen, also vor den übrigen Ankern, montiert. Dieser Zusammenbau erfolgte mit Hilfe von dafür entwickelten Schablonen, da schon geringe Toleranzen der Sichtprofile das Fassadenbild erheblich beeinträchtigen.

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Aufbau der Unterkonstruktion

Innenecke mit einseitiger Tragkonstruktion

Ein besonderes Augenmerk liegt in einer möglichst geringen Störung der Dämmung bei erforderlichen Sonderdetails: So wird z.B. die Last an der Innenecke immer nur in eine Richtung abgetragen – eine Lösung, die durch ihre Komplexität entsprechendes Können bei den Montagefirmen erfordert. Das Büro LUCHSINGER machte hier durch Einweisung vor Ort die von IBT entwickelten Lösungen für die Monteure praktikabel.

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Aufbau der Unterkonstruktion

Pfeiler und Dehnfuge in der Brüstung

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Aufbau der Unterkonstruktion

Außeneck-Befestigung der Platten mit Hinterschnittdübeln (System Keil)

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Das Team

Damit eine solche Fassade technisch sauber realisiert werden kann, bedarf es einiger Voraussetzungen:

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Der Planer

- muß nicht nur eine technisch hochwertige Fassade planen, sondern diese auch in der Angebotsphase gegen billige (nicht preiswerte!) Lösungen verteidigen und diese auch in der Ausführung kontrollieren.

FISCHER ARCHITEKTEN Tel. 01 317 51 51 Schweiz 0041
Schaffhauserstrasse 316 Fax. 01 317 51 52 Schweiz 0041
CH - 8050 Zürich www.fischer-architekten.ch

Der Bauherr

- muß nicht nur eine technisch hochwertige Fassade fordern, sondern auch der Versuchung widerstehen, in der Angebotsphase billige (nicht preiswerte!) Lösungen zu akzeptieren. Im vorliegenden Fall wird der Bauherr durch die ersparten Heizkosten (erhöhter Wärmeverlust bei mehr als 6 Mörtelankern/m²  >50 %) recht schnell eine Amortisierung der zusätzlichen Kosten erreichen.

DEGGO AG Tel. 01 908 29 29 Schweiz 0041
Brunnenstrasse 7 Fax. 01 908 29 30 Schweiz 0041

Das Natursteinwerk (auch in Deutschland tätig)

- muß nicht nur in der Lage sein, eine technisch hochwertige Fassade anzubieten, sondern auch den Willen haben, in der Bauphase das hohe Niveau zu halten – je aufwendiger die Fassade, desto mehr Lieferanten, Statiker und Techniker sind zu überwachen, steuern und zielgerichtet einzusetzen. Die NAKU AG hat bei dieser Unterkonstruktion nicht ein einziges mal einer einfacheren billigen Lösung den Vorzug gegenüber einer technisch höherwertigen gegeben. Entgegen der für das Angebot ausgearbeiteten Lösung wurden z.B. ohne statische Notwendigkeit Volledelstahldübel an Stelle von Kunststoffdübeln mit Edelstahlschraube eingesetzt. Für die ständige Bauüberwachung vor Ort wurde ein Bauingenieur eingesetzt.

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NAKU Steinhandel AG Tel. 052 64 60 510 Schweiz 0041
Diessenhoferstrasse 39 Fax. 052 64 60 515 Schweiz 0041
CH - 8254 Basadingen

Das Fassadentechnikbüro (auch in Deutschland tätig)

- muß nicht nur in der Lage sein, eine technisch hochwertige Fassade zu planen, sondern die Arbeiter vor Ort in die Versetztechnik der verschiedenen Details einzuweisen. Es muß den Bau der Fassade fortlaufend überwachen, dabei Verbesserungsvorschläge aus versetztechnischer Sicht erarbeiten und diese an den Konstrukteur der Unterkonstruktion weitergeben.

Luchsinger & Partner GmbH
angewandte Natursteintechnik
Tel. 081 738 25 48 Schweiz 0041
Im Grüebli / Postfach 8 Mobil. 079 605 17 71 Schweiz 0041
CH - 8883 Quarten Fax. 081 710 35 05 Schweiz 0041
www.steintechnik.ch

Das Fassadenstatikbüro

- muß nicht nur in der Lage sein, technisch hochwertige Fassadenunterkonstruktionen zu planen, sondern diese auch auf die Fassadenfirma und die Gegebenheiten vor Ort abzustimmen. In der Bauphase muß auf geänderte Situationen sehr schnell reagiert werden, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

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IBT GmbH Tel. 02636 / 97 60 - 0 Deutschland 0049
Hinter den Zäunen 14 Fax. 02636 / 97 60 - 60 Deutschland 0049
D - 56651 Niederzissen www.IBTechnik.de

Der Ankerlieferant

- muß in der Lage sein, maßgenaue Verankerungssysteme schnell zu fertigen.

Lutz Ankersysteme GmbH & Co. KG Tel. 09342 / 9600 – 0 Deutschland 0049
Alfred-Zippe-Straße 2 Fax. 09342 / 9600 – 70 Deutschland 0049
D - 97877 Wertheim www.lutzanker.de

Der Natursteinlieferant

- muß in der Lage sein, maßgenaue Natursteinplatten schnell zu fertigen.

Toscano AG Tel. 081 661 13 70 Schweiz 0041
Postfach Fax. 081 661 19 55 Schweiz 004
CH - 7440 Andeer www.toscanoag.ch

Das Team bei einer Baubegehung

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(von links nach rechts) Herr Kurz, Projektsteuerung NAKU AG - Herr Wasle, Inhaber NAKU AG - Frau Luchsinger, Technik und Fachbauleitung Luchsinger & Partner GmbH - Herr Dr. Jung, Geschäftsführer der Fa. Lutz GmbH & Co. KG - Herr Plooy, Montageleitung NAKU AG - Herr Hirt, örtliche Bauleitung DEGGO AG - Herr Mühlebach, Geschäftsleitung DEGGO AG - Herr Breiter, FISCHER ARCHITEKTEN - Herr Holliger, TOSCANO AG - Herr Gysling, FISCHER ARCHITEKTEN - Herr Kirchesch, IBT GmbH, mit Partnerin

Die Fotografien stammen von:

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Eugen Hostettler Tel. 01 923 39 20 Schweiz 0041
Fotografie & Ergänzende Bereiche Mobil. 079 693 02 59 Schweiz 0041
General Wille Strasse 288 Fax. 055 440 71 01 Schweiz 0041
CH - 8706 Feldmeilen E-mail: fotogeni@bluewin.ch

IBT - Ingenieurbüro für Befestigungs-Technik GmbH / Uwe Kirchesch / Hinter den Zäunen 14 / 56651 Niederzissen / Telefon: 0 26 36 - 9 76 00 / Telefax: 0 26 36 - 97 60 60 / E-Mail: info@IBTechnik.de / kirchesch@IBTechnik.de / Internetadresse: www.IBTechnik.de